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AVUS – Die erste Autobahn der Welt

Kiezgeschichte aus Berlin–Charlottenburg
AVUS Rennstrecke📌
Mit legendären Autorennen hat sich die AVUS weit über Berlin hinaus einen Namen gemacht. Dabei verdankt sie ihren Bau den deutschen Misserfolgen bei Rennsportveranstaltungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Automobilentwickler des Deutsche Reiches hinkten damals der Konkurrenz aus England und Frankreich deutlich hinterher. Um das zu ändern, beschloss der passionierte Autoliebhaber Kaiser Wilhelm II. den Bau der Automobil- und Verkehrsübungsstraße, kurz AVUS.

Geplant wurde das Prestige-Projekt des Motosports bereits 1909, doch konnte es wegen des Ersten Weltkrieges erst 1921 eröffnet werden. Sie war die erste Straße, die ausschließlich von Autos befahren werden durfte – die erste Autobahn der Welt also; allerdings eine sehr kleine, denn sie war bei ihrer Eröffnung nur 8,3 Kilometer lang.

Avus📌
Avus📌
Zuschauertribüne Avus📌
"Noch bis 1998 wurde die AVUS an bestimmten Wochenenden als Rennstrecke genutzt."

Eine Sternstunde als Rennstrecke erlebte die AVUS am 23. Mai 1928, als Fritz von Opel mit seinem "Raketenwagen", dem RAK2, startete. Mit jedem Tritt auf das Gaspedal zündete der Autobauer eine von 24 Pulverraketen. Die insgesamt 120 Kilogramm Sprengstoff an Bord katapultierten das Geschoss am Ende auf eine für damalige Verhältnisse unglaubliche Geschwindigkeit von 238 Kilometern pro Stunde.

Koordinaten:
Die AVUS liegt im Südwesten Berlins und ist das nördliche Teilstück der Autobahn A 115. Sie führt vom Funkturm, an dem sie einen Anschluss zum Berliner Stadtring (A 100) hat, rund neun Kilometer geradeaus durch den Grunewald bis nach Nikolassee.